Alina Bronsky liest aus „Baba Dunjas letzte Liebe“

Alina Bronsky, Köln, 14.02.2013, Fotografin Bettina Fürst-Fastrénicht mehr viele Karten

Freitag
01. April 2016
19 Uhr 30

Die Autorin Alina Bronsky liest aus „Baba Dunjas letzte Liebe“
Kiepenheuer & Witsch Verlag
Moderation: Dr. Rainer Moritz
Eintritt: 12 Euro
Ort: Kunstscheune Vaschvitz

Kartenreservierung NUR im BUCHLADEN Gingst

Das Copyright liegt bei: © Bettina Fürst-Fastré


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Die Autorin:

Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekatarinburg in Russland. Seit Anfang der neunziger Jahren lebt sie in Deutschland. Ihr Debütroman „Scherbenpark“ wurde gleich ein Bestseller und auch verfilmt, ist mittlerweile Lektüre im Deutschunterricht. Zwei weitere Bestseller folgten. Alina Bronsky hat vier Kinder und lebt mit dem Schauspieler Ulrich Noethen in Berlin.

Die Handlung

spielt dort, wo kein Mensch freiwillig einen Fuß hinsetzen würde. In der Umgebung von Tschernobyl, wo vor fast dreißig Jahren der Reaktor in die Luft flog. Aber genau hier leben in einem kleinen Dorf ein paar Menschen, die sich nicht mehr fürchten vor den Strahlen. Sie sind nach der Katastrophe zurückgekehrt, weil sie zu krank oder zu alt sind oder weil Heimat wichtiger ist als Strahlung. Baba Dunja, eine ehemalige Krankenschwester, ist eine von ihnen. Sie hat in Deutschland eine Tochter, die Ärztin ist, sich große Sorgen um die Mutter macht und ihr ständig Pillen gegen die Strahlen schickt. Aber die nimmt Baba nicht, sie ist entschlossen, über das bisschen Leben und Lebenszeit, das ihr noch bleibt, selbst zu bestimmen. Wo andere nur noch in Schutzanzügen und mit Geigerzählern auftauchen, hat sich Baba Dunja ein kleines Stück vom Paradies geschaffen. So empfindet sie es, an guten Tagen jedenfalls. Aber es ist kein guter Tag, als ein unbekannter Mann mit einem kleinen Mädchen an der Hand die verwucherte Dorfstraße entlangkommt und in die leerstehenden Häuser schaut….

Rezension Christine Westermann:

Eine große Geschichte von Menschen und ihrem Mut, ihrer Kraft und ihrer Unbeugsamkeit. Sie wird sehr leise erzählt, diese Geschichte, ist traurig und auch wieder nicht, erzählt vom Guten und vom Schlechten, ohne das ein Leben nicht auskommt. Von der Gelassenheit, mit der eine wie Baba Dunja, das, was vom Schicksal ausgeteilt wird, annimmt. Sie tut das, was sich richtig anfühlt. Und wenn sie sich damit in Schwierigkeiten bringt, na dann ist es eben so. Die Geschichte von Baba Dunja und der letzten Liebe ist eine, die man besser NICHT versucht, zu analysieren. Man würde sie zerreden, würde den Zauber vertreiben, der sie umgibt. Was bleibt, ist eine stille Bewunderung für diese Romanfigur, und für die Autorin, der es gelingt, sie so zu zeichnen und lebendig werden zu lassen.Am Ende des Romans, nach 154 Seiten, hätte ich das Buch am liebsten umarmt.