Die Autorin Iris Wolff liest aus „So tun, als ob es regnet“

Freitag
25. Mai 2018
19 Uhr 30
Die Autorin Iris Wolff liest aus „So tun, als ob es regnet“
Otto Müller Verlag
Moderation Rainer Moritz
Kunstscheune Vaschvitz
Eintritt: 12 Euro

 

 

Eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ihre Buchhändlerin Petra

 

 

Ein Roman, der in vier Erzählungen Momente im Leben der Protagonisten festhält, in denen die Autorin der Frage nachgeht, was den Einzelnen bezogen auf die Geschichte der familiären Vergangenheit prägt. Gibt es eine Freiheit, ein Losgelöstsein von der Geschichte? Haben wir einen freien Willen? Es treten Dinge und Verhaltensmuster in unser Leben, die zu unserem Charakter gehören, ohne dass wir eine Kenntnis davon haben, woher diese stammen.

Es sind keine unabhängigen Erzählungen, sondern über vier Generationen und vier Ländergrenzen erzählt Iris Wolff über außergewöhnliche Momente, die durch die gemeinsamen Figuren und deren Kinder zusammenfinden. Der Roman beginnt im Ersten Weltkrieg in Rumänien, endet auf den Kanarischen Inseln und umspannt dabei das zwanzigste Jahrhundert.

 

Denis Scheck über das Buch

„Es war einmal, und ist doch nie geschehen…“ – mit dieser schön doppelbödigen Formel beginnen rumänische Märchen. Viel vom poetischen Charmes dieses Romandebüts erklärt sich aus dem traumsicheren Sprachgefühl und guten Auge der Autorin für sprechende Momente und Details. Ruhig, reflektiert und intensiv erzählt die 1977 in Hermannstadt geborene, heute in Freiburg lebende Iris Wolff von Schönheit und Schrecken des Lebens in und außerhalb Siebenbürgens.

„So tun, als ob es regnet“, ist die wörtliche Übersetzung einer rumänischen Redensart für eine geistige Absence, eine innere Abwesenheit, in die sich eine der Hauptfiguren lustvoll flüchtet. Iris Wolff lässt ihre Leser erfahren, was passiert, wenn nichts passiert – und findet starke Bilder für ihren die historische Erfahrung eines ganzen Jahrhunderts umspannenden Roman.

Foto: © Stine Wiemann