Heinz Strunk liest aus “ Das Teemännchen“

Freitag
07. Juni 2019
19.30 Uhr

Lesung
Der Autor und Musiker Heinz Strunk liest aus “ Das Teemännchen“
rowohlt Verlag
Eintritt: 12 Euro
Ort:  Kunstscheune Vaschvitz zur Anfahrt

Foto: © Dennis Dirksen

 

 

Bunker der verlorenen Seelen

Bekanntermaßen zählt Heinz Strunk nicht zu jener Spezies Mensch, die zu wilden Heiterkeitsausbrüchen neigt. Als Grundhaltung pflegt er eher eine «generelle Zerknirschtheit», wie er in einem Interview mit der Zeitschrift Galore vor einigen Jahren ausführte: «Die meisten Humoristen, die ich schätze, sehen Humor als eine Möglichkeit, um mit den Widrigkeiten und dem Schmerz des Daseins umgehen zu können. Daher sind wir von unserer Disposition her eher Trauerklöße. Ob das nun meine Kollegen Rocko Schamoni und Jacques Palminger von Studio Braun sind, Loriot oder die Kollegen von der Frankfurter Schule: alles privat keine Spaßmaschinen.»

Es ist keine schöne, heile Welt, der wir in diesen fünfzig Prosaminiaturen begegnen. Und erst recht keine schönen, heilgebliebenen Menschen. Es sind Enttäuschte, Verzweifelte, von Langeweile, Überdruss oder Hass Zerfressene. Wie jene Urlauber (in «Der Strand der Versehrten»), die an einem extrem heißen Julitag an einem Strand auf Usedom vor sich hindämmern, «eine wirklich erstaunliche Ansammlung von Haltungsschäden, Deformationen, sichtbaren Rheuma-, Gicht- und Diabetes-Folgen, missglückten Knie- und Hüft-OPs. (…) Die Kranken sind ganz aufgewühlt vom Hass auf die Gesunden. Wenn doch nur eine Bombe explodierte oder ein irrer Attentäter käme, sie niederzumähen, oder der weiße Hai persönlich aufkreuzen würde.»

Pressestimmen:

Spiegel Online:
«Grandiose Erzählungen! Was Strunk in ‹Das Teemännchen› meisterhaft gelingt, sind kleine, flatterhaft locker geschriebene Vermessungen der Tiefebenen unserer Gesellschaft. (…) Ohne dezidiert politisch sein zu wollen, sind Strunks Geschichten mit sozialem Sprengstoff angereichert. Er dokumentiert das Brodeln im Untergrund, die angestaute Wut und Desillusionierung der ‹schweigenden Mehrheit›.»
Rolling Stone:
«Strunk gibt den Stimmlosen eine Stimme, fischt in Jargons, übt sich in raffiniertem Sprachwitz und kreiert einen ganz eigenen Sound für das Prekariat und die Unterprivilegierten.»
Hamburger Abendblatt:
«Das erzählerische Strunk-Prinzip, das das Leben als ewiges Jammertal zeigt und trübe Lebenswelten in Humor badet … ‹Das Teemännchen› ist Strunks bislang schwärzestes Werk.»
Nürnberger Zeitung:
«Strunk seziert mit Röntgenblick Seelendramen und schreibt mit einer Behutsamkeit darüber, dass man sich dem Sog seiner Kurzgeschichten und Miniaturen schwer entziehen kann.»